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2015 … ein Ausblick! Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Zukunft

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Wenn es nach der Einschätzung … nein, nach der Wunschvorstellung vieler Tech-Enthusiasten ginge, würden wir in 2015 anfangen, Päckchen mithilfe von Drohnen zu versenden, Gegenstände des täglichen Gebrauchs selbst zu drucken und den Einkauf unserer Lebensmittel an intelligente Kühlschränke outzusourcen. Solche Entwicklungen werden kommen – aber noch nicht in diesem Jahr; zumindest nicht flächendeckend.

Tatsächlich erleben wir gerade, wie lange angekündigte und mindestens ebenso lange selbst gefeierte Technologien und Systeme an den Hürden der Bürokratie und am Nutzungsverhalten ihrer Zielkunden zu scheitern drohen. „Google Glass“ ist so ein Beispiel. Den Vorteilen des Einzelnen stehen oft Nachteile aus Sicht der Gemeinschaft gegenüber. Während Glass-Besitzer ein Mehr an Kontrolle erfahren, fühlen sich andere Menschen [vor allem Nicht-Nutzer natürlich] oft überwacht. Aus diesem Grunde stehen viele dieser Erfindung negativ gegenüber und lassen die Träger das auch spüren. In den Vereinigten Staaten gab es bereits tätliche Übergriffe. Auch deshalb kann ich mir momentan nicht vorstellen, dass sich Googles Datenbrille in dem Maße durchsetzen wird, wie die Köpfe hinter dieser Idee sich das vorgestellt haben. Und auch „Uber“ muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden: Die einen –vor allem Endverbraucher– freuen sich über die Möglichkeit, günstiger als im Taxi von A nach B fahren zu können. Die anderen –in der Regel Taxifahrer– sind schockiert ob der neuen Konkurrenz und fürchten um ihr Gewerbe. Das Kartellamt hält dafür – und die Gewerkschaften dagegen. Ich möchte das nicht werten; verstehen kann ich beide Seiten. Was sich am Ende durchsetzen wird, entscheidet der Markt – und in diesem Fall ganz sicher auch die Gerichte.

Anstatt nun den Blick zu weit in die Zukunft richten zu wollen, möchte ich Ihnen 5 konkrete Technologien und Entwicklungen vorstellen, von denen wir glauben, dass Ihr Einfluss in den nächsten 12 Monaten spürbar sein wird – und das ständig. Los geht’s:


1) „Beacons“ verändern den stationären Einzelhandel

Diese (relativ) neue Technologie beantwortet die Frage, ob Innenstädte tatsächlich aussterben werden und man in Zukunft ausschließlich online einkaufen wird  – denn nein, das wird man nicht. Beacons erlauben Anbietern und Nachfragern gezielt, also bedarfsfolgend zueinanderzufinden. Dafür werden z.B. in einem (Verkaufs-)Raum kleine Sender platziert, die in definierten Intervallen Signale senden. Dahinter können sich –neben zahlreichen anderen Bereichen– Produktinformationen oder Hinweise auf Verkaufsstände verbergen, wodurch das Thema der Location Based Services (man möchte sagen: endlich) an Qualität gewinnt. Zur Anwendung kommen Beacons vor allem im Einzelhandel und in Museen, aber auch auf Messeveranstaltungen  bin ich schon über diese kleinen Senderboxen gestolpert.

Zu den interessantesten Providern dieses Segments gehört „Yoints“ – eine Bonus-App für den stationären Handel, die zuletzt (vor allem bei uns in Hamburg) aufgrund seiner raschen Erfolge Aufsehen erregen konnte. Im Mittelpunkt stehen a) die zielgenaue Vermittlung spezieller Angebote und b) die systematische Bindung von Kunden an die mit Yoints zusammenarbeitenden Unternehmen. Das Grundprinzip ist ganz einfach: User erhalten Bonuspunkte, wenn sie einen Partnershop betreten, Produkte über die App einscannen und –natürlich!– wenn sie diese kaufen. Bei Erreichen einer gewissen Punktanzahl können die gesammelten „Yoints“ wiederum gegen Prämien oder Gutscheine in den Partnershops eingelöst werden. Das Konzept überzeugt – in jeder Hinsicht. Zuletzt konnte der Hamburger Flughafen als Kunde gewonnen werden. Probieren Sie es einfach mal aus, wenn Sie das nächste Mal da sind.

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2) Brand-Collaborations als strategischer Ansatz der Markterschließung

Schuster, bleib bei Deinen Leisten? Das war einmal! Heute gehen viele Unternehmen Partnerschaften mit Anbietern aus zum Teil ganz anderen Industrien ein, die eine große Schnittmenge aus gemeinsamen Werten und ähnlichen Assoziationen aufweisen. Die Vorteile liegen auf der Hand: neue Märkte – neue Kunden – und das ohne den sonst zu leistenden Mitteleinsatz!

Zu den bekanntesten Formen der Marken-Kooperation gehören Kosmetikartikel und Superstars (z.B. aus der Musikindustrie), die als erfolgreiche EgoBrands zu deren Vermarktung beitragen und natürlich einen nicht ganz unwesentlichen Teil vom generierten Gewinn abbekommen. Aber auch Coca Cola und der österreichische Weinglas-Produzent Riedel sind eine solche Zusammenarbeit eingegangen und haben sich gemeinsam an dem Design eines exklusiven Cola-Glases versucht – mit Erfolg (aber das ist Geschmackssache).

Cola Riedel


3) Lease Your … Whatever!

Vorherrschende Konsumparadigmen verändern sich gerade! Natürlich wollen wir ungern auf etwas verzichten. Im Gegenteil! Aber müssen wir es deshalb tatsächlich auch gleich besitzen? Immer mehr Menschen beantworten diese Frage durch ihr tägliches Handeln mit Nein. Und immer mehr Anbieter reagieren darauf.

So erlaubt „Mud Jeans“ –ein niederländisches Mode-Label– seinen Kunden, Kleidungsstücke (vor allem Jeans und Hoodies) gegen eine entsprechende Gebühr von nur wenigen Euro im Monat zu leasen. Wenn man keine Lust mehr hat, schickt man die entsprechenden Artikel zurück, wo sie auf Rohstoffebene runtergebrochen, gereinigt und dann neu designed werden. Im Mittelpunkt steht der res­sour­cen­scho­nende Umgang mit Textilien – also eine klare Entlastung der Umwelt … was uns zum nächsten Trend bringt.

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4) EcoRewards – Belohnungssysteme für umweltbewusstes Handeln!

Wer heute immer noch meint, das zunehmende Umweltbewusstsein seiner Kunden als wesentliche Beeinflussungsgröße ihrer täglichen Kaufentscheidungen ignorieren zu können, hat selber Schuld. Zunehmend mehr Unternehmen bieten ihren Kunden nicht nur ökologische Alternativprodukte im Warensortiment, sondern belohnen auch –und zwar ganz bewusst –deren umweltschonendes Handeln, indem sie ihnen z.B. Preisnachlässe einräumen oder exklusive Produkte offerieren.

In vielen Bahnhöfen Süd-Koreas hat man heute die Möglichkeit U-Bahn-Tickets mit leeren  Einwegflaschen zu bezahlen – ein Ansatz, der sich natürlich auch problemlos  auf zahlreiche andere Bereiche (Kinos, Restaurants etc.) anwenden ließe. Gleichzeitig gibt es in den Vereinigten Staaten Abnahmestationen, die es Menschen erlauben, ihren Flaschenpfand direkt an bestimmte karitative Einrichtungen zu spenden. Ein schöner Ansatz, den ich ähnlich interpretiert auch schon in Deutschland gesehen habe.

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5) Mood Detection – als Grundlage kundenindividueller Angebote

Das Zufriedenheitsniveau von Menschen wird maßgeblich durch kognitive und affektive Teilprozesse geprägt. Zu den kognitiven gehören objektive, also tatsächlich feststellbare Produkt- bzw. Leistungsmerkmale, die für alle Kunden gleich sind, wie z.B. die Farbe oder Größe des Produktes. Und zu den affektiven gehört u.a. der jeweilige Gemütszustand einer Person im Augenblick der Inanspruchnahme. Genau hierauf versuchen sich zunehmend mehr Anbieter einzustellen und entsprechende Angebote zu schaffen.

So gibt es in Barcelona ein Theater, in dem über Stimmungsdetektoren die Laune von Menschen erfasst und ausgewertet wird. Am Ende einer Veranstaltung wird gezählt, wie häufig ein Besucher gelacht oder geweint hat (je nach Aufführung), um darauf aufbauend festzustellen, wie viel er letztlich zahlen muss. Im Durchschnitt haben Kunden 6 Euro mehr bezahlt – und das ohne etwa unzufriedener zu sein, wie entsprechende Untersuchungen ergaben. Darüber hinaus konnte man durch die mediale Begleitung dieses in der Tat ungewöhnlichen Projektes 35 % mehr Zuschauer anlocken – Zahlen, die sich gut anhören, oder?

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Wie ließen sich dieser und die anderen Ansätze auf Ihr Business übertragen? Was müsste gewährleistet sein? Und welche Stolpersteine sollten im Umsetzungsprozess berücksichtigt werden?

Natürlich gibt es auch noch andere Trendphänomene, die sich in den nächsten Monaten beobachten lassen werden [u.a. die Welle an neuen Wearables, die mehr und mehr zum festen Bestandteil unseres Lebens werden]. Diese sind ein wesentlicher Bestandteil zukünftiger Blogbeiträge – bleiben Sie uns also treu.

Für Fragen oder Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Auf bald

Jan Kristof Arndt [jkarndt@trendinnovation.de]

 

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