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Ethik in Zeiten des digitalen Wandels

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Die sozialen Medien haben unsere Kommunikation verändert: Sie erlauben uns, Vergangenes erlebbar zu machen, direkt auf Beobachtetes zu reagieren, mit anderen (ob Freunden oder Fremden) an der Lösung für uns relevanter Probleme zu arbeiten und neue Menschen kennenzulernen.

Aber: Die Möglichkeit, anonym Eindrücke und Einschätzungen zu teilen, verleitet viele Menschen dazu, sich entgegen sozialer Normen zu verhalten. Wer sich in die Kommentare von Artikeln v.a. zu Flüchtlingsthemen, den politischen Umwälzungen in der Türkei, dem Brexit oder auch nur in die Spieltagszusammenfassung der Bundesliga einliest, darf zu Recht fragen, wie die Menschheit bis heute überleben konnte. Über Jahrhunderte entwickelte und kultivierte Werte spielen hier keine Rolle mehr. Digitales Mobbing und Public Shaming scheinen als Möglichkeiten des Zeitvertreibs bei vielen Usern akzeptiert. Um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem Thema geht es hier nicht. Worum aber dann? Um das beantworten zu können, muss man weitergehen und genau analysieren, wer – was – wann – wie – und aus welchem Grunde sagt. Auch gilt zu klären, wofür wir (die User) im Netz Verantwortung übernehmen müssen – und wofür nicht – was man sagen darf und welche Inhalte man zum Schutze anderer nicht teilen sollte.

Mit diesen Fragen setzt sich das im Jahr 2013 gegründete Institut für Digitale Ethik auseinander, dessen erklärter Auftrag darin besteht, Interessierten zu erklären, wie man sich im Dschungel der digitalen Welt ethisch nicht verläuft und seiner Verantwortung als Mensch gerecht werdend handelt.  Das bezieht sich ebenso auf die Verwendung erhobener Daten – betrifft damit also auch bestimmte Unternehmen.

Heute kann man kaum noch kontrollieren, was mit einmal preisgegebenen Informationen passiert. Das Zukunftsinstitut spricht von der „Datafizierung“ der Privatsphäre, die in Konsequenz sowohl die Entscheidungs- als auch die Handlungsfreiheit der Betroffenen beeinträchtigt.

Die sich aus dem Web 2.0 ableitenden Gestaltungs- und Partizipationsmöglichkeiten machen es notwendig, das Verhalten der unterschiedlichen Akteure zu untersuchen und z.B. durch Aufklärungskampagnen und Schulungsangebote zu beeinflussen. Es bedarf einer digitalen Ethik, in der online-spezifische Fragestellungen untersucht und beantwortet werden.

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen:

Gefahrenpotentiale durch bestimmte mediale Inhalte (z.B. Gewaltvideos, Pornografie, Hate Pages etc.)

Kulturell geprägte Kommunikationskonflikte (z.B. durch die Verbreitung religiöser Schmähschriften)

Ungleiche Zugangsbedingungen

Mangel an Transparenz und Informationsgerechtigkeit

u.v.m.

Um dem verantwortlich begegnen zu können, haben Studierende der Hochschule der Medien (Stuttgart) unter der Leitung von Prof. Petra Grimm sowie der 1. Vorsitzende der Telekom-Stiftung Prof. Wolfgang Schuster und die Beratungsplattform juuuport.de die „10 Gebote der digitalen Ethik“ ausgearbeitet. Diese sind:

01. Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.

02. Akzeptiere nicht, dass Du beobachtest wirst und Deine Daten gesammelt werden.

03. Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen.

04. Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.

05. Respektiere die Würde anderer Menschen und bedenke, dass auch im Web Regeln gelten.

06. Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.

07. Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.

08. Messe Deinen Wert nicht an Likes und Posts.

09. Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken.

10. Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.

Digitale Gesellschaft funktionieren nach eigenen Regeln – die eines ethisch-korrekten Umgangs sollten die Grundlage bilden.

Um sich vertiefend mit diesem Thema auseinandersetzen zu können, verweise ich an dieser Stelle auf den TED-Vortrag von Oliver Zöllner & Tobias Keber:

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UNDERLYING TREND: DIGITALE ETHIK | DIGITALE TRANSFORMATION

TREND: INSTITUT FÜR DIGITALE ETHIK | ZUKUNFTSINSTITUTJUUUPORT


 

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